Arbeiten ohne Boss - Stimmen zu kollektiver Arbeit

 


Marx auswendig zu können zahlt auch 2020 noch immer keine Miete. Deshalb schleppen wir uns alle mehr oder weniger regelmäßig zu irgendwelchen fremd­-bestimmten Jobs, die unsere Leben vereinnahmen. Aber da kann man halt nichts tun. Oder?

Wir möchten euch mit Menschen ins Gespräch bringen, die Arbeit ganz anders organisieren als wir es gewohnt sind.Eine Stimme haben, die gehört wird, sinnvolle Dinge tun und den Arbeitsplatz so gestalten, dass Arbeit Spaß macht. Das ist wie wir uns wünschen zu leben! Als „βεta.KollektivGut.Kiosk“ versuchen wir einen Kollektivbetrieb in Offenbach zu organisieren, der genau diese Ansprüche hat.

Für unsere Podiumsdiskussion haben wir verschiedene Menschen mit praktischer Erfahrung in kollektiver Arbeit eingeladen. Gemeinsam wollen wir über Erfolge und Schwierigkeiten von kollektiver Arbeit diskutieren, Ideen zu sorgeorientierten Ökonomie beleuchten und über selbstorganisierte gewerk­schaftliche Arbeit sprechen. Begleitend dazu gibt es eine Kunstausstellung, die die angesprochenen Themen zugänglich machen soll, einen Einblick in den historischen Kontext bietet und unseren Arbeitsprozess transparent machen wird. Es gibt Infomaterialen, Kaltgetränke und die Möglichkeit zur Vernetzung.

Berlin:

Union Coop // Förderation 
Das Kooperativ
Dr. Pogo


Zülpich:

Lila_Bunt

Frankfurt:

Care Revolution Netzwerk 

Unter_Bau


Die Veranstaltung wird aufgrund von Corona online stattfinden müssen. Alle Interessierten sollen sich live zu der Podiumsdisskussion dazu schalten können. So können wir gegen Ende der Veranstaltung mit euch zusammen diskutieren! Aktuellen Informationen und den Link zur Veranstaltung findet ihr hier auf Twitter , alternativ könnt ihr uns auch eine Mail an anmeldung_beta_kollektivgut_kiosk@riseup.net schreiben.

Die geplante Austellung kann leider (vorerst) nicht stattfinden. Wir wollen diese aber so bald wie möglich nachholen! Wir arbeiten zur Zeit daran wie wir die Austellung dezentral und im öffentlichen Raum platzieren können. Vermutlich werden wir damit aber noch etwas warten, bis es, zumindest draußen, wieder möglich ist sich legal mit verschiedenen Menschen zu treffen und auszutauschen. Wenn ihr Interesse habt euch daran zu beteiligen schreibt uns gerne eine Email!



07.11.2020_14 Uhr_hier: https://fra-uas.zoom.us/j/86961334452 (Meeting ID: 869 6133 4452, Passwort: 8Ai5f5 )





Unter dem Titel

Perspektiven auf kollektive Arbeit und gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme


werden wir 2021 gemeinsam weitere Themen beleuchten, die sich uns in unseren Diskussionsprozessen, um einen politischen/kulturellen Freiraum & Kollektivbetrieb, aufdrängen. 

Eine Veranstaltung zu Kiosken als Orte migrantischer Arbeit soll verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen, die sich um die Frage gruppieren, was es bedeutet, im multikulturellen Raum Offenbachs einen Kiosk zu betreiben: Post-Gastarbeiter*innen, die sich als Kleinunternehmer*innen einerseits eine häufig prekäre aber irgendwie auch eigenständige ökonomische Existenz erarbeitet haben – die häufig als ungelernte abgewertet wird oder sogar unmittelbar rassistisch angegriffen – und andrerseits eine spezifische Lücke im teilprivatisierten öffentlichen Raum schließen: ein Ort des flüchtigen Zusammenseins, der kleinen Gesten, der Aufmerksamkeit und netten Worten.

In einer Veranstaltung zu Gentrifizierung und Gegenstrategien sollen Betroffene, Expert*innen und Aktive ihre Erfahrungen mit der Veränderung ihres Lebensraums öffentlich miteinander teilen; insofern wir alle ohne es zu wollen Teil dieses Prozesses sind, soll hier ein Werkzeugkasten diskutiert und entwickelt werden, der es uns allen ermöglicht die Stadt- und Quartiersentwicklung aktiv zu gestalten.

Eine weitere Veranstaltung „Orte der Mitbestimmung – Selbstorganisierte Jugendarbeit“ soll neben professionalisierten Stimmen aus der Jugendsozialarbeit außerdem Expert*innen für demokratische Konfliktmoderation und vor allem Jugendlichen selbst eine Stimme geben, um die Diversität der Ansprüche und Bedürfnisse sichtbar zu machen, die bei Top-Down Ansätzen regelmäßig unter die Räder kommen.

Um die Verantwortung, die aus relativem Wohlstand und dem damit einhergehenden Konsum entspringt, soll es bei einer Veranstaltung zu internationalistischer Solidarität und solidarischem Handel gehen, bei der neben Menschen aus solidarischen Vertriebsstrukturen auch Arbeiter*innen aus internatinalen Kollektivbetrieben gemeinsam mit Konsument*innen und Kleingewerbetreibenden über Chancen und Grenzen einer solidarischen Ökonomie jenseits von „greenwashing“ und „white mans burden“ diskutieren werden.

Zum Abschluss soll eine Veranstaltung „Party Politik“, die Erfahrungen von Organisator*innen, Künstler*innen und Konsument*innen zusammenbringen, um die Fragen zu erörtern, wie geteilte Verantwortung (community accountability) auch beim Feiern durchgesetzt werden kann, wie Menschen, die strukturell einem höheren Risiko von Übergriffen ausgesetzt sind, geschützt werden können und wie ein verantwortungsvoller Betäubungsmittelkonsum sichergestellt werden kann, so dass Partys Räume werden, in dem Kraft geschöpft werden kann, weil sie im mehrfachen Sinne safer spaces sind.